Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Essstörungen und nicht alle lassen sich in den klassischen Krankheitsbildern Anorexie, Bulimie und Esssucht wiederfinden. Auch die sogenannten atypischen Essstörungen sind unbedingt ernst zu nehmen. Sehr häufig treten die Essstörungen nicht alleine auf, sondern in Kombination mit anderen psychischen Erkrankungen.
Essstörungen können in unterschiedlichen Lebensphasen auftreten und sowohl Frauen als auch Männer betreffen.
Typisch für jede Art von Essstörung ist:
- Beim Essen oder Nicht-Essen geht es nicht um ein körperliches Bedürfnis wie Hunger, Sättigung oder Appetit, sondern um seelische Bedürfnisse. Mit Essen, Hungern oder Erbrechen reagiert der Betroffene auf psychische Befindlichkeiten wie Frust, Stress, Ärger, Traurigkeit oder Langeweile.
- Gewicht und Essen werden zum Hauptthema des Lebens, um das ein Großteil der Gedanken, Gefühle und Handlungen kreisen.
- Essen führt nicht zu einem Wohlbefinden, sondern ist verbunden mit negativen Gefühlen wie Ängsten, Schuldgefühlen, Selbsthass, Ekel, Unzufriedenheit oder Frustration.
- Der Betroffene versucht, über Essen und Gewicht Kontrolle auszuüben. Dabei kommt es oft zum Gegenteil, zu zeitweisem oder völligem Kontrollverlust.
- Hunger und Sättigung werden meist nicht mehr wahrgenommen. Die Essensmengen bleiben entweder weit über oder weit unter dem normalen Bedarf. Ebenso wird auch der Körper meist nicht mehr realistisch, sondern verzerrt wahrgenommen und als zu dick abgelehnt.
- Es fällt dem Betroffenen immer schwerer, anderen gegenüber in Bezug auf das eigene Essverhalten ehrlich zu sein. So kommt es mehr und mehr zu Heimlichkeiten.
Haben Sie sich in einigen dieser Punkte wiedererkannt? Dann brauchen Sie Hilfe - auch wenn die Definitionen der klassischen Essstörungen (in unserer Übersicht links) nicht auf Sie zutreffen.
Männer und Essstörungen
Auch Männer sind von Essstörungen betroffen. Doch sie haben oft starke Hemmungen, über ihre Probleme zu sprechen. Denn immer noch besteht das Klischee, Essstörungen seien ein weibliches Problem.
In Wirklichkeit ist jeder zehnte Essgestörte männlich. Ebenso wie Frauen sind Männer von Magersucht, Bulimie und Esssucht betroffen, mit einem kleinen Unterschied: Bei den Männern fängt die Essstörung meist etwas später an, gegen Ende der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter. Genau wie bei den weiblichen Betroffenen stehen hinter der Essproblematik psychische und soziale Probleme, zu deren Lösung eine therapeutische Unterstützung nötig ist. Die meisten Therapien, ob ambulant oder stationär, sind inzwischen auf Männer und Frauen ausgerichtet.
Wenn Sie betroffen sind, wagen Sie den Schritt zu uns in die Beratung! Wir schauen dann gemeinsam, in welcher Therapie Sie als Mann gut aufgehoben sind.
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