Begleiterkrankungen

 

Essstörungen treten sehr häufig nicht allein, sondern in Kombination mit anderen psychischen Erkrankungen auf. Beim gleichzeitigen Auftreten mehrerer (psychischer oder körperlicher) Krankheitsbilder spricht man von einer "Komorbidität".

Besonders verbreitet unter Patienten mit Essstörungen sind depressive Störungen. Eine Depression ist neben der typischen gedrückten Stimmung unter anderem durch Antriebs- und Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Appetitverlust oder Steigerung des Appetits und Schlafstörungen gekennzeichnet. Sehr viele Essstörungs-Patienten haben schon mindestens einmal an einer Depression gelitten. Dabei kann die Depression schon vor der Essstörung vorhanden sein, sich gleichzeitig mit ihr entwickeln oder sich in Folge der Essstörung einstellen. Dies gilt auch für die weiteren, hier vorgestellten komorbiden Störungen.

Auch Angst- und Zwangsstörungen sind bei Essstörungs-Patienten häufig zu finden. Unter den Angststörungen sind dies insbesondere die soziale Phobie und die Agoraphobie. Die soziale Phobie ist gekennzeichnet durch große Angst, von anderen Menschen beobachtet und bewertet zu werden, was in der Folge häufig dazu führt, dass angstauslösende soziale Situationen soweit wie möglich vermieden werden. Betroffene einer Agoraphobie haben Angst vor Menschenmengen, vor öffentlichen Plätzen, vor Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause und/oder vor Reisen alleine und versuchen deshalb, diese Situationen zu vermeiden. Bei einer Zwangsstörung leiden die Betroffenen unter wiederkehrenden, quälenden Zwangsgedanken, also stereotypen, wiederkehrenden Ideen, Vorstellungen und Impulsen sowie Zwangshandlungen wie zum Beispiel bestimmten Ritualen, gegen die sie sich erfolglos wehren.

Sehr viele Patienten mit Essstörungen leiden unter Persönlichkeitsstörungen. Sie zeigen "tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen" (aus dem Diagnoseklassifikationssystem ICD-10). Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Diese geht unter anderem mit starken Stimmungsschwankungen, einem unklaren Selbstbild, instabilen, aber intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen und häufig auch riskantem und/oder selbstverletzendem Verhalten einher.

Auch Suchterkrankungen treten bei Patienten mit Essstörungen häufig auf. Insbesondere einige Bulimie-Betroffene weisen zusätzlich zu ihrer Essstörung einen Substanzmissbrauch oder eine Sucht auf.

 
 
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